Markus Fachet

Promovierende/-r - Kohorte 2
Römisches Recht

Markus Fachet (geb. Bauseler) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 2792 „Autonomie heteronomer Texte in Antike und Mittelalter“. Er hat von 2019–2020 Germanistik und Geschichte, später Latinistik, studiert, bevor er im Wintersemester 2020 zum Studium der Rechtswissenschaft wechselte. In diesem absolvierte er den Schwerpunktbereich „Grundlagen des Rechts“ mit einem besonderen Fokus auf dem römischen Recht. Daneben erwarb er sein Graecum und Hebraicum an der FSU Jena. Sein Studium wurde von der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. mit einem Studienstipendium gefördert. 2026 schloss er dieses Studium mit der Ersten Juristischen Prüfung erfolgreich ab. Seine Interessen liegen in der Rechtsgeschichte, insbesondere der römischen und byzantinischen, den Altphilologien und auch der Theologie.

Markus Fachet

Friedrich-Schiller-Universität Jena
GRK 2792 (Theologische Fakultät)
Fürstengraben 6
07743 Jena

Forschungsprojekt

Kaum ein anderes Werk ist für die heutige Forschung im römischen Recht von so großer Bedeutung wie die Institutiones des Juristen Gaius. Mag dies weniger der Brillanz des Werkes als vielmehr der Tatsache geschuldet sein, dass durch einen Palimpsestfund 1816 von Barthold G. Niebuhr in Verona eine fast vollständige Handschrift aus der Zeit um 500 n. Chr. von dem um 160 n. Chr. verfassten Werk überliefert worden ist und die Institutionen daher das einzige Werk aus der Phase des klassischen römischen Rechts darstellen, das uns nahezu vollständig zur Verfügung steht. Geadelt wird der Jurist Gaius schließlich, wenn Kaiser Justinian ihn in der Constitutio Omnem als „Gaius noster“ (Kasus angepasst) bezeichnet und das Einführungslehrbuch, das er dem Corpus Iuris Civilis voranstellen lässt, die Institutiones Iustiniani, an das Werk des Gaius anlehnen lässt. Doch noch bevor Kaiser Justinian im Jahre 534 n. Chr. das CIC veröffentlicht, entsteht mit der Lex Romana Visigothorum des Westgotenkönigs Alarichs II. schon 509 n. Chr. eine erste große Kodifikation. In dieser befindet sich mit der Epitome Gai (Liber Gai) ein Abriss des Institutionenlehrbuchs in zwei Büchern.

In meiner Dissertation werde ich mich mit dieser vermutlich aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. in Gallien entstandenen Epitome befassen und eine ausführliche Exegese vornehmen. Unter dem Blickwinkel der Autonomie dieses heteronomen Textes möchte ich mit meiner Arbeit zeigen, dass der durchaus inhaltlich wertend gemeinte Bezeichnung des „Vulgarrechts“ eine unwissenschaftliche und verkürzende Sichtweise darstellt und Produkt der auf die „Klassik“ zentrierten romanistischen Rechtswissenschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist.

Curriculum Vitae

Seit 08/2026

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 2792 „Autonomie heteronomer Texte in Antike und Mittelalter“

02/2026

Erste Juristische Prüfung

03/2022 – 12/2024 & 02/2025 – 07/2026

Studentischer Assistent am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Europäische Rechtsgeschichte (Prof. Dr. Jan Dirk Harke, Friedrich-Schiller-Universität Jena) im SFB 294 „Strukturwandel des Eigentums“

01/2022

Aufnahme in die Studienförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

10/2020

Beginn des Studiums der Rechtswissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena

04/2020 – 09/2020

Studium der Germanistik und Latinistik im Mehrfachbachelor, Friedrich-Schiller-Universität Jena

10/2019 – 03/2020

Studium der Germanistik und Geschichte im Mehrfachbachelor, Friedrich-Schiller-Universität Jena