Markus Fachet
Promovierende/-r - Kohorte 2
Römisches Recht
Forschungsprojekt
Kaum ein anderes Werk ist für die heutige Forschung im römischen Recht von so großer Bedeutung wie die Institutiones des Juristen Gaius. Mag dies weniger der Brillanz des Werkes als vielmehr der Tatsache geschuldet sein, dass durch einen Palimpsestfund 1816 von Barthold G. Niebuhr in Verona eine fast vollständige Handschrift aus der Zeit um 500 n. Chr. von dem um 160 n. Chr. verfassten Werk überliefert worden ist und die Institutionen daher das einzige Werk aus der Phase des klassischen römischen Rechts darstellen, das uns nahezu vollständig zur Verfügung steht. Geadelt wird der Jurist Gaius schließlich, wenn Kaiser Justinian ihn in der Constitutio Omnem als „Gaius noster“ (Kasus angepasst) bezeichnet und das Einführungslehrbuch, das er dem Corpus Iuris Civilis voranstellen lässt, die Institutiones Iustiniani, an das Werk des Gaius anlehnen lässt. Doch noch bevor Kaiser Justinian im Jahre 534 n. Chr. das CIC veröffentlicht, entsteht mit der Lex Romana Visigothorum des Westgotenkönigs Alarichs II. schon 509 n. Chr. eine erste große Kodifikation. In dieser befindet sich mit der Epitome Gai (Liber Gai) ein Abriss des Institutionenlehrbuchs in zwei Büchern.
In meiner Dissertation werde ich mich mit dieser vermutlich aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. in Gallien entstandenen Epitome befassen und eine ausführliche Exegese vornehmen. Unter dem Blickwinkel der Autonomie dieses heteronomen Textes möchte ich mit meiner Arbeit zeigen, dass der durchaus inhaltlich wertend gemeinte Bezeichnung des „Vulgarrechts“ eine unwissenschaftliche und verkürzende Sichtweise darstellt und Produkt der auf die „Klassik“ zentrierten romanistischen Rechtswissenschaft des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist.
Curriculum Vitae
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 2792 „Autonomie heteronomer Texte in Antike und Mittelalter“
Erste Juristische Prüfung
Studentischer Assistent am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Europäische Rechtsgeschichte (Prof. Dr. Jan Dirk Harke, Friedrich-Schiller-Universität Jena) im SFB 294 „Strukturwandel des Eigentums“
Aufnahme in die Studienförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Beginn des Studiums der Rechtswissenschaft, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Studium der Germanistik und Latinistik im Mehrfachbachelor, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Studium der Germanistik und Geschichte im Mehrfachbachelor, Friedrich-Schiller-Universität Jena